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Spurenstoffe (Arzneimittel)

Arzneimittelrückstände, Röntgenkontrastmittel, Hormone - rund 500g "produziert" jeder Bürger pro Jahr. Durch unsachgemäße Entsorgung über sanitäre Einrichtungen in den Haushalten und vor allem durch menschliche Ausscheidungen gelangen sie ins Abwasser.

 

Die Langzeitwirkungen sind zwar noch nicht exakt erforscht, doch geben einige Erkenntnisse Anlass zur Besorgnis: Rückstände von Arzneimitteln, die in den Kläranlagen bisher nicht komplett entfernt werden und dadurch in Gewässer gelangen können, stehen im Verdacht, bei Fischen und Fröschen biologische Veränderungen hervorzurufen. Wissenschaftler schließen auch Risiken für den Menschen nicht aus. Vielleicht, so eine Vermutung, gibt es einen Zusammenhang zu typischen Zivilisationskrankheiten. Umso größer ist die Bedeutung eines Forschungsvorhabens, das derzeit auf der Kläranlage des Abwasserverbandes Langen/Egelsbach/Erzhausen betrieben wird.

In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt und mit finanzieller Unterstützung durch das Land versucht der Verband, die sogenannten Spurenstoffe weitgehend aus dem Abwasser zu entfernen. Dabei handelt es sich um winzig kleine Mengen von Rückständen von Arznei-, aber auch von Haushalts- und Pflegemitteln. In Deutschland sind knapp 3.000 verschieden Arzneimittelwirkstoffe in annähernd 10.000 Präparaten zugelassen. Über die Verkaufstische der Apotheken gehen jährlich mehr als 30.000 Tonnen. Die Tendenz ist steigend, weil die Menschen immer älter werden. Bis zu 60 Prozent der Wirkstoffe aus den Arzneien scheidet der Körper wieder aus. Zudem werden nicht verwendete Tabletten, Zäpfchen oder Salben häufig unsachgemäß über die Toilette anstatt über die Sondermüllsammelstellen entsorgt.

Über die Kanalisation erreicht der Chemie-Cocktail die Kläranlagen, wo er nicht komplett entfernt und zu einer Gefahr für die Umwelt wird. Zwar handelt es sich nur um winzig kleine Mengen, aber auch sie können große Auswirkungen auf das Ökosystem haben. Sichtbar wurden sie erst durch moderne Messverfahren im Nanobereich.

Zum Forschungsvorhaben des Abwasserverbandes

Das im Jahr 2011 begonnene Forschungsvorhaben des Abwasserverbandes zur weitergehenden Entfernung von Spurenstoffen auf der Kläranlage in Langen wurde Anfang 2013 abgeschlossen.

Der Abschlussbericht der Technischen Universität Darmstadt, die das Vorhaben wissenschaftlich begleitet hat, kann hier aufgerufen werden.

Aufgrund der positiven Erkenntnisse aus dem Forschungsvorhaben mit der weiteren Behandlung des Kläranlagenablaufes der Verbandsanlage in Langen durch Membranfiltration und Aktivkohle hält der Verband es für sinnvoll, diese Verfahrenskombination in großtechnischem Maßstab zu untersuchen, um die Qualität und Quantität der Entfernung der Spurenstoffe, aber auch die erforderlichen Investitions- und Betriebskosten detaillierter formulieren zu können.

Der Abwasserverband hat daher einen entsprechenden Antrag um finanzielle Unterstützung an das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über die Fortführung der Untersuchungen auf der Verbandskläranlage in Langen gestellt.

 

Abschlussbericht der Technischen Universität Darmstadt

Links zu Spurenstoffe (Arzneimittel)

Weitere Informationen zum Thema finden Sie über die nachfolgenden Links.

 

Presse:

 

Offenbach-Post - Abwasser soll sauberer werdenAbwasser soll sauberer werden

 

echo-online.de - Pilotprojekt zum Schutz des Trinkwassers in Langen

 

Offenbach-Post - Gelungener Versuch gegen Arzneimittelwirkstoffe im Abwasser

 

FAZ - Membran und Aktivkohle gegen Arzneien im Wasser


Die Welt - Der gefährliche Wirkstoff-Cocktail im Grundwasser


Die Welt - Psychopharmaka im Abwasser machen Fische asozial


Die Welt - Medikamente und Chemie grenzenlos im Wasser


Offenbachpost - „Weibliche Hormone im Wasser“


Offenbachpost - Viagra im Abwasser braucht keiner


Die Welt - Mit Blasen gegen Arzneirückstände im Abwasser


Offenbachpost - Gesundheit belastet Öko-System


Frankfurter Rundschau - Hormone werden rausgefischt


Die Welt - Medikamente verpesten deutsche Gewässer


Die Welt - Wie alte Medikamente richtig entsorgt werden


Die Welt - Zehn Wirkstoffe im Trinkwasser nachgewiesen

 

 

Veröffentlichungen:


Kompetenzzentrum Mikroschadstoffe NRW - 2. Fachsymposium Mikroschadstoffe.NRW


Umweltbundesamt - Schmerzmittel belasten deutsche Gewässer


AöW stellt neues Positionspapier zur vierten Reinigungsstufe vor


VSA - Einsatz von Pulveraktivkohle zur Elimination von Mikroverunreinigungen


RWTH Aachen - Elimination organischer Spurenstoffe aus kommunalem Abwasser


Deutscher Bundestag - Belastung von Abwässern und Klärschlammen mit Arzneimittelwirkstoffen


NABU - Katastrophales Geiersterben in Indien

 


Kompetenzzentren:


Kompetenzzentrum Spurenstoffe (
KomS) Baden-Württemberg


Kompetenzzentrum Mikroschadstoffe NRW

 

 

Stadt LangenGemeinde EgelsbachGemeinde Erzhausen

© 2017 Abwasserverband - Langen Egelsbach Erzhausen
Körperschaft des öffentlichen Rechts

 

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