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Abwasserverband saniert undichten Hauptsammler in Erzhausen

Durch Wickelrohrverfahren können Bagger in der Garage bleiben

Auf der Hauptstraße in Erzhausen saniert der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen den Kanal. Die Arbeiten beginnen am 4. Oktober und werden spätestens Ende November abgeschlossen sein. Größere Beeinträchtigungen müssen die Anwohner aber nicht befürchten. „Weil wir ein spezielles Verfahren anwenden, können die Bagger in der Garage bleiben“, teilte Verbandsgeschäftsführer Werner Hötzel mit. Am Kanalhauptsammler mit einem Durchmesser von 1,10 Meter wurden im Bereich zwischen Wixhäuser Straße und der Vorbehandlungsanlage im vergangenen Jahr bei einer Untersuchung mit der Videokamera zahlreiche undichte Stelle entdeckt. Das sorgt vor allem auch deswegen für Probleme, weil der Grundwasserstand relativ hoch ist. Auf den Bildern ist deutlich zu erkennen, dass Grundwasser – teilweise mit gartenschlauchdickem Strahl - an vielen Rohrverbindungen, Schächten aber auch Anschlusseinbindungen in den rund 2,80 Meter tief verlegten Sammler eindringt. Folge sind zum einen höhere Wassermengen auf der Vorbehandlungsanlage und somit höhere Betriebskosten als eigentlich notwendig. Zum anderen besteht aber auch die Gefahr, dass mit dem Grundwasser feine Bodenteilchen in den Kanal gelangen und es dadurch über die Zeit zu Hohlräumen in der Umgebung des Hauptsammlers kommt. Langfristig wären Einbrüche der Straße zu befürchten. Das vom Darmstädter Ingenieurbüro Unger aufgestellte Kanalsanierungskonzept sieht aus diesen Gründen eine dauerhafte Lösung vor, nämlich eine Renovierung des rund 410 Meter langen Kanalabschnitts. Ziel war es, eine Erneuerung der vorhandenen Kanalrohre in offener Bauweise sowohl aus Kostengründen als auch wegen der erheblichen Beeinträchtigung der Anwohner zu vermeiden. In einem öffentlichen Teilnahmewettbewerb wurden bundesweit Sanierungsfachfirmen um Bewerbungen gebeten. Den Zuschlag für das wirtschaftlichste Angebot erhielt schließlich die Firma Geiger & Kunz mit Sitz in Mainaschaff. Sie wendet ein so genanntes Wickelrohrverfahren an, um den maroden Kanal zu sanieren. Dabei wird aus einem PVC-Stegprofil von einer Trommel mit Hilfe der „Wickelmaschine“, die im Kanalschacht installiert ist, unterirdisch ein PVC-Rohr hergestellt und in den alten Kanal eingewickelt. Der Vorteil: Es sind keine Tiefbauarbeiten notwendig. Einen Bagger werden die Anwohner in der rund sechswöchigen Bauzeit also nicht zu sehen bekommen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Arbeiten während des laufenden Kanalbetriebs ausgeführt werden können. Das kostspielige Umleiten des Wassers mit Hilfe großer Pumpen ist somit nicht nötig. Bei starkem Regen können die Arbeiten problemlos unterbrochen werden.

Durch das eingewickelte PVC-Profil im alten Kanal entsteht ein völlig neues und dichtes Rohr, durch das zukünftig das Abwasser von Erzhausen in Richtung Vorbehandlungsanlage fließen wird. Nach Abschluss der eigentlichen Sanierung werden sämtliche Anschlussleitungen an den Hauptsammler in geschlossener Bauweise, das heißt aus dem Sammler heraus, neu abgedichtet.

„Wir werden den Hauptsammler somit ohne die Straße aufzureißen in kürzester Bauzeit dauerhaft sanieren“, betonte Hötzel. Die Kosten bezifferte er auf rund 200 000 Euro. Eine Kanalerneuerung in offener Bauweise hätte nach seinen Schätzungen in drei- bis vierfacher Höhe zu Buche geschlagen. Der Abwasserverband und die Gemeinde Erzhausen sind von der gewählten Lösung und dem zum Einsatz kommenden Sanierungsverfahren überzeugt. „Wir tragen damit den Anforderungen des Wassergesetzes zum ordnungsgemäßen Kanalbetrieb voll und ganz Rechnung“, sagte Hötzel.

 

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