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Reinigung spitze, Betriebsabläufe wirtschaftlich

Landesrechnungshof stellt Abwasserverband hervorragendes Zeugnis aus

Der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen hat bei einer vergleichenden Prüfung glänzend abgeschnitten. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Eschborn hatte im Auftrag des Landesrechnungshofes 20 Abwasserverbände aus Mittel- und Nordhessen unter die Lupe genommen und deren kaufmännischen und technischen Daten des Jahres 2005 ausgewertet. Auch die Organisationsstrukturen wurden beurteilt. Die Ergebnisse legen Zeugnis ab über die Qualität der Abwasserreinigung und die wirtschaftliche Lage der Verbände. In Langen hat sich der Verbandsvorstand inzwischen mit dem Bericht befasst. In der kommenden Woche wird er auch auf der Tagesordnung der Verbandsversammlung stehen. Pitthan hob hervor, dass der Abwasserverband unter seinem Geschäftsführer Werner Hötzel durchweg Spitzennoten erzielt habe. Der Prüfbericht stelle dem Verband mit seinen 20 Beschäftigten ein hervorragendes Zeugnis aus.

„Der Abwasserverband erfüllte seine Aufgaben sachgerecht und wirtschaftlich“, heißt es darin. „Er reinigte das Abwasser nach hohen Standards. Er unternahm kontinuierlich und erfolgreich Anstrengungen, den Betrieb seiner technischen Anlagen und Kanalnetze zu verbessern und die Reinigungsleistungen der Kläranlage zu steigern. Alle Tätigkeiten in der Technik wurden mit großem Sachverstand ausgeführt.“ Und: „Im Unterschied zu der Mehrzahl der geprüften Abwasserverbände besteht kein Handlungsbedarf in Bezug auf die Umstellung auf die kaufmännische Buchführung.“ Die gibt es laut Hötzel bei seinem Verband bereits seit zehn Jahren: „Wir betreiben unsere Anlagen schon seit langem nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Das ist bei uns Routine.“ Ein Wirtschaftsprüfer wacht dabei über die Ordnungsmäßigkeit und er bescheinigt Hötzel regelmäßig eine ordnungsgemäße Führung der Geschäfte.

Deutlich wird in dem Prüfbericht, dass der Abwasserverband sehr korrekt arbeitet, denn es gebe von den Betriebsausgaben bis zu den Personalkosten kein Gebiet, wo Einsparmöglichkeiten erkennbar seien. Zugleich attestieren die Fachleute dem Verband, dass er seine Aufgaben nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sachgerecht erfüllt – ein Hinweis auf die Kompetenz der Verbandsorgane mit Mitgliedern aus den beteiligen Kommunen. Auch die Beschäftigten mit Geschäftsführer Hötzel an der Spitze erhalten explizit ein dickes Lob. Schließlich heißt es in dem Bericht, die Anlagen würden zweckmäßig unterhalten und die Aufgaben mit großer technischer Kompetenz erfüllt. Anerkannt wird damit zudem, dass die Verbandsorgane ausreichendes und qualifiziertes Personal einstellen, das auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten im Bedarfsfall im Einsatz ist. Schließlich laufen die Anlagen rund um die Uhr.

Nicht minder positiv fällt die Bewertung der Reinigungsleistung auf der Kläranlage aus. Sie sei „sehr gut“. Das hat im Übrigen auch finanzielle Vorteile. Denn der Abwasserverband zahlt im Vergleich die niedrigste Abwasserabgabe, die für noch vorhandene Restschadstoffe im Ablauf laut Gesetzt entrichtet werden muss. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Gehalt dieser Schadstoffe im Langener Ablauf am niedrigsten ist.
Gereinigt wird im Wald westlich von Oberlinden das Abwasser von rund 55 000 Einwohnern aus Langen, Egelsbach und Erzhausen. Im Jahr laufen rund 5,5 Millionen Kubikmeter durch die biologische Reinigung. Die Zentralkläranlage ist auf eine Reserve von weiteren 20 000 Einwohnern ausgelegt.

Im Ergebnis zeigt der Prüfbericht laut Pitthan, dass „Betrieb und Dimension unserer Anlage allen gesetzlichen Erfordernissen entsprechen. Im Gegensatz zu vielen anderen Verbänden müssen wir nicht erweitern.“

Auch an der Organisationsform des Verbandes gibt es nichts zu rütteln. Sie ist nach Aussage der Prüfer zur Aufgabenwahrnehmung sinnvoll und angemessen Pitthan meinte, dass die Bewertung des Verbandes und vor allem auch der Betriebsleitung durch unabhängige Dritte ein deutlich anderes Bild vermittele als die sachlich inkompetente, polemische und mit Unwahrheiten versehene Darstellung der Gemeinde Egelsbach. Diese hatte der Geschäftsführung wegen der Bauarbeiten in der Kirchstraße und im Bereich der Trift unter anderem „fehlende Kompetenz“ vorgeworfen. „Wir haben die Mitglieder von Gemeindevertretung und Gemeindevorstand inzwischen in Schreiben detailliert über die Sachverhalte unterrichtet und die Vorwürfe widerlegt. An einer öffentlichen Schlammschlacht wollen wir uns aber nicht beteiligen“, meinte Pitthan.

Den kompletten Abschlussbericht des Landesrechnungshofes im PDF-Format erhalten Sie hier pdf_button

 

Neue Kanäle in der Kirchstraße und im Egelsbacher Westen

Tränkbach naturnah umgestaltet

Die Rohre sind verlegt: Bis auf kleine Restarbeiten hat der Abwasserverband die Kanalbauarbeiten in der Kirchstraße und im Westen von Egelsbach - im Wohngebiet südlich der Trift und im Neulandweg - abgeschlossen. Nach Angaben von Geschäftsführer Werner Hötzel betragen die Herstellungskosten „trotz einiger unvorhergesehener Dinge“ wie im Budget vorgesehen rund 3,3 Millionen Euro.

Während die Kanäle längst unter der Erde liegen, traten beim Straßenbau, für den die Gemeinde und der Abwasserverband zuständig sind, Probleme auf. In der Kirchstraße zeigte sich, dass die Versorgungsleitungen im Fußwegebereich besonders geschützt werden müssen, um durch Busse oder Lkws keinen Schaden zu erleiden. Hintergrund ist, dass die Straße niveaugleich gestaltet wird, schwere Fahrzeuge also auch über Flächen
fahren können, die früher den Fußgängern vorbehalten waren. Die erforderlichen Abstimmungen wurden durch die Gemeinde vorgenommen und es musste danach eine zusätzliche Betonschicht eingebracht werden. Dadurch kam es bei der Fertigstellung der Kirchstraße zu Verzögerungen. Die Bautätigkeit wird voraussichtlich noch bis Ende September andauern. Im Wohngebiet südlich der Trift ist das Pflaster hingegen verlegt und es stehen nur noch kleinere Arbeiten an.

Während die Kanäle in der Kirchstraße wegen ihres Alters erneuert werden mussten, waren die Projekte im Westen von Egelsbach Voraussetzung für die ordnungsgemäße Entwässerung des Neubaugebietes im Brühl. Von dort wird das Abwasser über den vorhandenen Nordsammler durch die Wolfsgartenstraße und die Trift in Richtung der Verbandskläranlage abgeleitet.

Berücksichtigen musste der Verband die Vorgabe des Regierungspräsidiums, dass die bisherigen Überflutungsflächen im Tränkbachbereich bei einem Starkregen trotz der zusätzlichen Mengen aus dem Brühl nicht mehr als in der Vergangenheit überschwemmt werden dürfen. Ohne zusätzliche Entlastungskanäle, die an das so genannte Trennbauwerk auf der Trift angeschlossen wurden und zu neuen Einleitestellen führen, wäre das nicht machbar gewesen. Der Überlaufschacht regelt, dass Wasser in den Tränkbach fließt, wenn der Nordsammler die Regenmassen nicht komplett aufnehmen kann. Allein mit Entlastungskanälen war es aber nicht getan. Ein neues Landesgesetz verlangt für Einleitegenehmigungen, dass der natürliche Zustand und die Selbstreinigungskraft der jeweiligen Gewässer deutlich gesteigert werden. Der Abwasserverband hat deshalb den Tränkbach auf einer Strecke von etwas zwei Kilometern - vom Anglerheim bis zur Einmündung in den Hegbach - naturnah umgestaltet. Viele Kurven, Staustufen, Inseln, Totgehölze und zusätzliche Bepflanzungen machen aus dem Bach jetzt ein mustergültiges Öko-Gewässer.

Alles in Egelsbacher Hand

Für Abwassergebühren und Gartenwasserzähler ist wieder Gemeinde zuständig

Ihre Bescheide für die Abwasser- und Niederschlagswassergebühren erhalten die Egelsbacher Grundstückseigentümer künftig wieder von der Gemeinde. Sie ist auch für die Abrechnung der Garten- und Brauchwasserzähler zuständig. Darauf hat der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen hingewiesen, der sich zuletzt um diese Dienstleistungen kümmerte.

Nach Angaben von Geschäftsführer Werner Hötzel hatte der Verband die Gebührenerhebung und –abrechnung im Jahr 2005 von der Gemeinde Egelsbach übernommen. Es habe sich jedoch herausgestellt, dass dies keine wirtschaftliche Lösung gewesen sei. „Bei uns sind dadurch vergleichsweise hohe Personalkosten entstanden“, erklärte Hötzel. Die Gemeinde könne hingegen die Abwasser- und Niederschlagswassergebühren in Sammelbescheide einpflegen, auf denen unter anderem auch die Grundsteuer und die Abfallgebühr ausgewiesen seien. Verschickt werden müsse dann nur noch ein Bescheid, das sei effektiver.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund: Die Kommunalaufsicht hat in der Zwischenzeit angemerkt, dass die Gebührenerhebung durch den Abwasserverband problematisch ist. Die Leistung hätte nämlich nach EU-Recht öffentlich ausgeschrieben werden müssen.

Vor diesen Hintergründen hatten der Egelsbacher Gemeindevorstand und der Abwasserverband im Mai einmütig die Rückübertragung an die Gemeinde beschlossen. Diese wird demnach die endgültige Gebührenabrechnung für 2008 vornehmen und die neuen vierteljährlichen Vorauszahlungen für 2009 festlegen. Die Bescheide dürften den Grundstückseigentümern wie in der Vergangenheit im Januar zugehen.

Wer einen Garten- oder Brauchwasserzähler (für eine Zisterne) hat, teilt die Verbrauchsmengen sinnvollerweise ebenfalls der Gemeinde mit, die sie in den Abrechnungen berücksichtigt. Wer sich aus Gewohnheit aber dennoch beim Abwasserverband meldet, hat keine Nachteile zu befürchten. „Wir leiten die Angaben dann selbstverständlich weiter“, sagte Hötzel.

 

Spannende Entdeckungsreise auf Kläranlage

Spannende Entdeckungsreise auf Kläranlage - Foto: Sorger/AbwasserverbandDie großen Kanalrohre auf dem Gelände des Abwasserverbandes Langen - Egelsbach - Erzhausen bieten allen Kindern Spaß. Eine Vorschulgruppe der städtischen Kita Nordlicht aus Langen ging jetzt in der Kläranlage auf Entdeckungsreise. Verbandsmitarbeiter Andreas Haufschild zeigte den Jungen und Mädchen, welchen Weg das Abwasser zurücklegt, bis es die Anlage gereinigt verlässt. Entscheidenden Anteil am Klärprozess haben Kleinstle-bewesen, die die Kinder am Mikroskop beobachten konnten. Alle waren sich einig, dass ein Besuch der Kläranlage sehr spannend ist.

Foto: Sorger/Abwasserverband

Beim Abwasserverband haben Schwalben Wohnrecht

Dort oben fliegen sie: Die NABU-Gruppe nahm in der Schlammentwässerungshalle des Abwasserverbandes die Rauchschwalben ins Visier. - Foto: Sorger/Abwasserverband- Naturschützer beeindruckt von hoher Zahl an Brutpaaren -

Die Rauchschwalben hatten es Mitgliedern der Ortsgruppe Langen des Naturschutzbundes bei einem Besuch der Kläranlage des Abwasserverbandes besonders angetan. In der Schlammentwässerungshalle sind nach den Worten von Betriebsführer Helmut Volpert 18 Brutpaare heimisch. Sie bilden damit die größte Brutkolonie in Langen und     Egelsbach. Insgesamt hat der NABU im vorigen Jahr in Langen 36 und in    Egelsbach 40 brütende Rauchschwalbenpaare gezählt.

Erstaunlich ist die Ortstreue der Vögel, die im März und April aus ihren Überwinterungsgebieten in Mittel- und Südafrika an ihre angestammten Brutplätze zurückkehren und sie spätestens im Oktober wieder verlassen. Durch den recht kalten und nassen Mai hat sich das Brutgeschehen etwas verzögert. Doch in der warmen Halle - sozusagen als Ersatz für einen Kuh- oder Pferdestall – sahen die Besucher zahlreiche Schwalben lebhaft ein- und ausfliegen. In einem Nest wurden bereits Junge gefüttert. Die meisten Schwalben waren jedoch noch mit dem Nestbau und der Eiablage beschäftigt.

Die NABU-Mitglieder lobten die Betriebsmannschaft des Klärwerks dafür, dass sie den Schwalben Jahr für Jahr „Wohnrecht“ gewährt und die mit dem anfallenden Kot verbundenen Verschmutzungen in Kauf nimmt. „Ohnehin stehen alle Schwalben sowie ihre Nester unter besonderem Schutz“, betonte Rudolf Lehmann von der Ortsgruppe. Beeindruckt waren die Teilnehmer aber nicht nur vom Schwalbenreich, sondern auch von der vorbildlich arbeitenden Kläranlage, die fortlaufend an die ständig verschärften Umweltauflagen angepasst wurde.


Foto: Sorger/Abwasserverband

Seniorenhilfe besucht Kläranlage

Seniorenhilfe besucht Kläranlage - Foto: Sorger/AbwasserverbandSichtlich Spaß gemacht hat Mitgliedern der Langener Seniorenhilfe ein Besuch beim Abwasserverband Langen - Egelsbach - Erzhausen. Bei der Besichtigung der Zentralkläranlage erfuhren sie von Verbandsmitarbeiter Andreas Haufschild (Vierter von rechts), welche Stationen das Abwasser durchläuft, bis es gereinigt wieder zurück in die Natur gelangt. Bei der komplexen Technik der Abwasserbehandlung blieben zahlreiche Fragen nicht aus. Beeindruckt zeigte sich die Gruppe vom modernen Zustand der Anlage, die der Verband für seine drei Mitgliedskommunen betreibt.

Foto: Sorger/Abwasserverband

 

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