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Komplette Reinigung in der Zentralkläranlage

Abwasserverband investiert und spart auf Dauer Geld

Auch wenn jetzt erst mal investiert werden muss: Auf Dauer spart der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen mit der Umstellung seines Reinigungskonzeptes einen dicken Batzen Geld. Künftig soll das gesamte Rohabwasser direkt in die Zentralkläranlage im Wald westlich der K 168 eingeleitet werden. Heute wird etwa die Hälfte der anfallenden Mengen in den Vorbehandlungsanlagen Erzhausen und Egelsbach zunächst grob gereinigt. Allerdings sind die beiden Einrichtungen stark modernisierungsbedürftig, wie Verbandsgeschäftsführer Werner Hötzel mitteilte. Sie müssten mit hohem Aufwand umgebaut und auf Vordermann gebracht werden. Die Kosten dafür lägen deutlich höher als die jetzt von der Verbandsversammlung favorisierte Lösung, die zur Gebührenstabilität beitrage.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Verbandsvorstand die Hauptaufträge für das Projekt, das unter dem Titel „mechanische Abwasserreinigung“ geführt wird, vergeben: insgesamt 5,5 Millionen Euro. Rohbauten schlagen mit 2,8 Millionen Euro zu Buche, die Maschinentechnik mit 1,7 Millionen Euro und die Elektrotechnik mit einer Million. Auf den beiden Vorbehandlungsanlagen haben die ersten Arbeiten bereits begonnen. Ende 2006 will Hötzel
Vollzug melden.

Mit den Ergebnissen der EG-weiten Ausschreibung ist der Verbandsgeschäftsführer mehr als zufrieden: „Schon jetzt zeichnet sich ab, dass wir die Gesamtkosten deutlich unterschreiten. Sie waren von einem Planungsbüro mit 9,6 Millionen Euro kalkuliert worden. Hötzel geht davon aus, dass die Schlussrechnung um eine Million günstiger ausfallen wird. Ausgaben getätigt werden müssen noch für eine Reservedruckleitung von Erzhausen nach Egelsbach, für Landschaftsarbeiten und für Baunebenkosten.

Unabhängig von der Notwendigkeit des Projektes, würden die Aktivitäten des Abwasserverbandes der Wirtschaft in der gegenwärtigen investitionsschwachen Zeit gut tun, meinte Hötzel. Bei der Vorbehandlung in Erzhausen und Egelsbach werden derzeit Grobstoffe und Sand aus dem Abwasser entfernt. In Zukunft kommen in den zwei verkleinerten Anlagen Pumpen zum Einsatz, die lediglich für den Transport des Rohabwassers sorgen, das dann
komplett in der Zentralkläranlage gereinigt wird.

Für Erzhausen wird aus Sicherheitsgründen eine zweite Druckleitung gebaut. Sie mündet im Bereich des Flugplatzes ins Kanalnetz Egelsbach. Bei einer möglichen Verstopfung der vorhandenen Rohre sowie bei Wartungsarbeiten soll die zweite Verbindung den Zufluss des Abwassers zur Kläranlage sicherstellen. Im Vorfeld des Flugplatzausbaus wurde im Bereich der verlängerten Piste und des umgeleiteten Hegbaches bereits ein 260 Meter langes Stahlschutzrohr verlegt.

Molkeswiese: Kanalverlegung abgeschlossen

Erschließung durch Abwasserverband günstiger als zunächst kalkuliert

Im Egelsbacher Neubaugebiet Molkeswiese ist der erste Teil der Erschließungsarbeiten beendet. Der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen hat zwischen Schillerstraße, Bahnlinie und K 168 die Kanalrohre verlegt. Durch den Verband werden jetzt bei den Grundstückseigentümern nach den Bestimmungen der kommunalen Entwässerungssatzung die Kanalerschließungsbeiträge erhoben.

In der Vergangenheit war für diese Bescheide die Gemeinde selbst zuständig. Nachdem der Abwasserverband aber bereits im Jahr 2001 das Egelsbacher Kanalnetz erworben hat, kümmert er sich dort unter anderem nun auch um die Abwassergebühren und die Kanalerschließungsbeiträge. Über die Höhe der Gebühren und Beiträge entscheidet allerdings nach wie vor die Gemeindevertretung, genauso wie über Satzungsänderungen.

Die Kanalerschließung hat insgesamt rund 300 000 Euro gekostet. Die Herstellungskosten lagen damit nach Angaben des Verbandes um etwa 100 000 Euro unter der ursprünglichen Kalkulation. In dem Neubaugebiet geht es jetzt mit dem Bau der Straßen weiter.

Solide gewirtschaftet


Abwasserverband schreibt seinen Mitgliedern Gebühren gut

Der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen hat auch im Jahr 2004 solide gewirtschaftet. Nach Mitteilung von Geschäftsführer Werner Hötzel ist das Jahresergebnis von der Verbandsversammlung inzwischen bestätigt worden. Die endgültigen Verbandsbeiträge beliefen sich danach auf 6,9 Millionen Euro.

Hötzel freut sich, dass der Verband wie schon in den Vorjahren ein Ergebnis erzielt hat, das sich im Rahmen der von den Mitgliedskommunen geleisteten Umlagen bewegt. Die Endabrechnung habe ergeben, dass für 2004 insgesamt rund 154 000 Euro auf Gebührenausgleichskonten für Langen, Egelsbach und Erzhausen gutgeschrieben werden können. Diese Regelung bestehe, da der Verband als Körperschaft des öffentlichen Rechtes keine Gewinne erzielen dürfe.

Für die Stadt Langen beträgt die Gutschrift 104 000 Euro, für Egelsbach 30 000 und für Erzhausen 20 000 Euro. Für die beiden Gemeinden reinigt der Verband nicht nur das Abwasser. Er hat dort auch das jeweilige Kanalnetz in sein Eigentum übernommen und betreibt es. Die Gelder auf den Gebührenausgleichskonten von Egelsbach und Erzhausen wird der Verband für die Kanalunterhaltung und künftige Erneuerungsprojekte verwenden.

Alles Wissenswerte über den Abwasserverband

Jetzt mit eigener Homepage im Internet

Alles über den Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen – das gibt es ab sofort im Internet unter www.abwasserlee.de. Verbandsvorsteher Dieter Pitthan (Langen) sowie seine beiden Stellvertreter und Bürgermeisterkollegen Rudi Moritz (Egelsbach) und Hans-Dieter Karl heißen die Besucher der Homepage – lee steht für Langen, Egelsbach, Erzhausen - herzlich willkommen. Auf derzeit mehr als hundert Seiten können sie sich in Wort und Bild über die Aufgaben des Verbandes, seine Geschichte, seine Mitglieder sowie die aktuellen Vorhaben informieren, in Satzungen nachlesen oder sich in ein Gästebuch eintragen. Damit möchte der Verband das Interesse an der Abwasserreinigung wecken und sich als moderner Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger präsentieren.

Ohne Frage hat der Verband, der das Abwasser von rund 50 000 Menschen reinigt und in Egelsbach und Erzhausen auch sammelt, eine Menge Wissenswertes zu berichten. Und das macht er in verständlicher Weise. Die Erläuterungen über die Abwassertechnik beispielsweise sind auch für Laien nachvollziehbar. Ein Blick in die Vergangenheit reicht zurück bis ins Jahr 1964, als der Verband von der Stadt Langen und der Gemeinde Egelsbach gegründet wurde. 1990 kam die Gemeinde Erzhausen hinzu. Weil für die Abwasserreinigung nicht jeder der drei Partner eine eigne Kläranlage betreiben muss, werden Kosten gespart. Übersichtlich beschreibt der Verband auf seinen Internetseiten, wie das Abwasser zur Kläranlage gelangt und wie es dort gereinigt und anschließend wieder dem Naturkreislauf zugeführt wird. Die hohe Qualität der Abwasserreinigung trägt dazu bei, dass Bäche, Flüsse und das Meer von Schmutzstoffen verschont bleiben. Ein eigenes Kapitel widmet sich dem Klärschlamm.

Verbandsgeschäftsführer Werner Hötzel hat bei der Gestaltung der Homepage auch an den Nachwuchs gedacht. Deshalb gibt es einen eigenen Kinderbereich, in dem ein lustiger Wassertropfen anschaulich durch die Kläranlage führt. „Wir wollen mit unseren Kinderseiten auch den Jüngsten die Abwasserreinigung näher bringen und sie mit unseren Aufgaben für den Umweltschutz vertraut machen“, sagte Hötzel.

Weitere Seiten befassen sich mit den Mitgliedern des Verbandes, seinen Organen oder der Verwaltung. Auch die Satzungen sind hinterlegt, ebenso die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung für 2004. Darüber hinaus können Antragsformulare für Hausanschlüsse in Egelsbach und Erzhausen heruntergeladen, am PC ausgefüllt und mit der Post wieder zurückgeschickt werden. Ferner gibt es Hinweise auf aktuelle Projekte des Verbandes wie der Umbau und die Modernisierung der Außenanlagen in Erzhausen und Egelsbach mit dem Ziel, das Abwasser künftig ausschließlich zentral in der Verbandskläranlage in Langen zu reinigen. Stöbern können die Internetnutzer zudem in den Pressemitteilungen des Verbandes. Wer gezielt Informationen sucht, kann ein Stichwortverzeichnis verwenden. Der Abwasserverband lädt nicht nur zum Besuch seiner neuen Internetseiten ein, sondern nach vorheriger Anmeldung – Telefon 9083 - auch zu Führungen durch die Kläranlage. Wegen Bauarbeiten ist das in diesem Jahr jedoch nicht für Schulklassen möglich.

Kontoauszug irreführend

Kanalbenutzungsgebühren nicht eindeutig erkennbar

Beim Blick auf den Kontoauszug dürften sich manche Egelsbacher wundern. Die abgebuchten Kanalbenutzungsgebühren sind nicht klar als solche zu erkennen. Grund ist nach Angaben des Abwasserverbandes Langen/Egelsbach/Erzhausen eine falsche Textzuordnung des Gebietsrechenzentrums. Der Irrtum wurde bereits per Post an alle Betroffenen korrigiert. Eine entsprechende Mitteilung ist unterwegs oder bereits in den Briefkästen.

Mitte des Jahres hatte die Gemeinde Egelsbach die Erhebung der Kanalbenutzungsgebühren an den Abwasserverband übertragen. Der wiederum beauftragte mit der Abwicklung das Gebietsrechenzentrum, das bisher auch für die Gemeinde die Beiträge und Gebühren erhoben hat. Zunächst wurden für die zweite Jahreshälfte 2005 die Beitragsbescheide erfasst und versandt. Für die Zahlung der Abwassergebühr des dritten Quartals zum 15. September erteilten viele Egelsbacher dem Abwasserverband eine Vollmacht innerhalb des Lastschrift- Einzugsverfahrens. Dabei kam es nun bei der Belastung der Konten zu einer falschen Textzuordnung. Auf den Kontoauszügen steht ein Abbuchungsgrund, der nicht eindeutig als Kanalbenutzungsgebühr beziehungsweise Abwassergebühr identifizierbar ist.

Der Abwasserverband und sein Auftragnehmer werden alles unternehmen, damit ein solcher Fehler in Zukunft nicht mehr auftritt und entschuldigen sich bei den Kunden für etwaige Irritationen.

Entlastungskanäle und Tränkbachrenaturierung

Abwasserverband investiert wegen Entwässerung des Neubaugebietes Brühl

Das Egelsbacher Neubaugebiet Brühl macht umfangreiche Änderungen im Kanalsystem westlich der K 168 und eine Renaturierung des Tränkbaches erforderlich. Dies hat am Donnerstag der Geschäftsführer des Abwasserverbandes Langen/Egelsbach/Erzhausen, Werner Hötzel, mitgeteilt. Die Verbandsversammlung habe die beiden Projekte in dieser Woche mit der einstimmigen Verabschiedung des Wirtschaftsplanes für 2006 auf den Weg gebracht.

Für das Neubaugebiet, in dem einmal bis zu 1800 Menschen wohnen sollen, wird es eine Mischwasserentsorgung – also gemeinsame Kanäle für das Schmutz- und das Regenwasser - geben. Sie ist nach Untersuchungen der dafür von der Gemeinde beauftragten Terramag GmbH, die das Brühl erschließt, auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten die beste Lösung. Das zusätzliche Mischabwasser aus dem Neubaugebiet wird über den vorhandenen Nordsammler, der ausreichend dimensioniert ist, durch die Wolfsgartenstraße und die Trift in Richtung der Verbandskläranlage abgeleitet.

Bei einem starken Regen – wenn der Kanal das Wasser nicht mehr komplett aufnehmen kann - würden dann allerdings am so genannten Trennbauwerk auf der Trift zusätzliche Mengen aus dem Brühl in den Tränkbach geleitet. Dafür ist nach dem hessischen Wassergesetz eine Einleitegenehmigung durch das Regierungspräsidium Darmstadt erforderlich. „Damit wir diese Genehmigung erhalten, müssen die jetzt von der Verbandsversammlung beschlossenen Vorhaben realisiert werden“, sagte Hötzel. Entwickelt worden seien sie von der Terramag in Zusammenarbeit mit Fachbüros und in Abstimmung mit dem RP.
Voraussetzung für die Einleitegenehmigung ist nach Hötzels Worten, dass die bisherigen Überflutungsflächen im Tränkbachbereich ab Höhe des Weges „Im Bruch“ bei wolkenbruchartigen Niederschlägen nicht stärker als bisher überschwemmt werden. Um dies zu erreichen, baut der Abwasserverband zusätzliche Entlastungskanäle mit neuen Einleitestellen in den Tränkbach. Im gleichen Zuge werden vorhandene Kanäle in der Nonnenwiese stillgelegt. Außerdem werden die Kanäle in den Wegen südlich der Trift an den Nordsammler angeschlossen.

Ein neues Landesgesetz verlangt für Einleitegenehmigungen, dass der natürliche Zustand und die Selbstreinigungskraft von betroffenen Gewässern deutlich zu steigern ist. Deshalb wird der Abwasserverband den Tränkbach umfangreich umgestalten. Hötzel spricht von vielen Kurven, von Tothölzern und Inselbereichen. Auch zusätzliche Bepflanzungen wird es geben.

Die Arbeiten für die Renaturierung und die Kanäle beginnen im kommenden Frühjahr und werden mindestens ein Jahr dauern. Die Gesamtkosten betragen rund 3,3 Millionen Euro. „Die Ausgaben führen aber nicht zu einer Gebührenerhöhung“, erklärte Hötzel. Denn die Finanzierung des Projektes würde durch die Kanalgebühren sichergestellt, die die künftigen Brühlbewohner zahlen.

 

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