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Dank für engagierte Mitarbeit

Für Georg Grüntjens (Mitte) beginnt jetzt die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Werner Hötzel, Geschäftsführer des Abwasserverbandes (links), und Bürgermeister Frieder Gebhardt dankten für die engagierte Mitarbeit. - Foto: Sorger/AbwasserverbandBeim Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen war er für sämtliche Schlosserarbeiten zuständig. Er hat die Mechanik auf der Kläranlage in Schuss gehalten und die Anlagen bedient. Jetzt beginnt für Georg Grüntjens die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Zwölf Jahre war der gebürtige Langener für den Abwasserverband tätig. Eine Ausbildung absolvierte er bei der Firma Pittler. Danach arbeitete er auch in anderen Unternehmen in der Region. Werner Hötzel, Geschäftsführer des Abwasserverbandes, schätzte seine Berufserfahrung und seine Zuverlässigkeit. Georg Grüntjens sei ein verdienter Mitarbeiter gewesen und habe sich zudem im Personalrat engagiert. Ausreichend Zeit wird der verheiratete Vater einer Tochter jetzt für sein liebstes Hobby, den Garten, haben.

Foto: Sorger/Abwasserverband

Dem Medikamenten-Cocktail auf der Spur

Dem Medikamenten-Cocktail auf der Spur - Abwasserverband und TU Darmstadt starten Forschungsprojekt -- Abwasserverband und TU Darmstadt starten Forschungsprojekt -

Arzneimittel helfen, gesund zu werden und gesund zu bleiben. Sie sind ein Segen für die Menschheit, haben aber auch Nebenwirkungen. Nicht auf der Packungsbeilage stehen mögliche Folgen für die Umwelt durch die Einnahme der Pillen. Denn der Körper scheidet bis zu 60 Prozent der Wirkstoffe wieder aus. Außerdem ist es weit verbreitet, nicht eingenommene Zäpfchen, Tabletten oder Salben unsachgemäß über die Toilette zu entsorgen. In beiden Fällen erreicht der Chemie-Cocktail über die Kanalisation die Kläranlagen, wo er nicht komplett entfernt wird und somit in den Gewässerkreislauf gelangt. Der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen will dieses Problem durch ein Forschungsprojekt in den Griff bekommen. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt plant der Verband den Bau einer Reinigungsanlage, die Spurenstoffe aus Arzneimitteln, aber auch aus Haushalts- und Pflegemitteln eliminiert.
Das Vorhaben dürfte weit über die Verbandsgrenzen hinaus Beachtung finden. „Schließlich geht es darum, dass wir einen Reinigungsgrad erreichen, der uns eine dem Trinkwasser vergleichbare Qualität liefert“, erklärt Verbandsgeschäftsführer Werner Hötzel. Weil dieses Ziel von übergeordnetem Interesse ist, übernimmt das Land Hessen 50 Prozent der Forschungskosten von insgesamt 270.000 Euro. Den Rest trägt der Verband.
Dessen Zentralkläranlage im Wald bei Schloss Wolfsgarten ist für das Projekt geradezu prädestiniert. Mitte der neunziger Jahre wurde sie mit Millionenaufwand auf den damaligen Stand der Abwassertechnik gebracht. Nach rund 15 Jahren Laufzeit sind abermals Erneuerungen erforderlich. „Dabei wollen wir künftige Reinigungsziele berücksichtigen“, betont Hötzel. Ein denkbarer Weg sei, die bestehende Abwasserreinigung um eine Anlage zur Entfernung von Spurenstoffen zu ergänzen.
Von Vorteil ist, dass der Verband als einziger in Hessen zur Reinigung des Kläranlagenablaufs schon seit 2005 eine Membranfiltrationsanlage betreibt, die für das Forschungsvorhaben genutzt werden kann. Bisher dient sie ausschließlich der Gewinnung von hygienisch einwandfreiem Brauchwasser, beispielsweise für die Reinigung und Spülung der Becken und für die Bewässerung der Grünflächen. Der Verband muss dafür nicht auf Grundwasser zurückgreifen.
Nach Angaben von Professor Peter Cornel von der TU Darmstadt, des wissenschaftlichen Leiters des Projekts, soll sowohl die Membranfiltration als auch ein Aktivkohleverfahren zur Anwendung kommen. „Wir wollen verschiedene Kombinationsmöglichkeiten der beiden Verfahren untersuchen und die technisch und ökonomisch beste Variante zur Entfernung der Spurenstoffe ermitteln.“
Derzeit gibt es in der Abwasserverordnung dafür keine Grenzwerte, sondern allenfalls Empfehlungen. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit bis zu EU-weiten Auflagen sein. Cornel hält es deshalb für ausgesprochen wichtig, exemplarisch an einer Verbandskläranlage, zumal mit einem Krankenhaus und mehreren Altenheimen im Einzugsgebiet, schon jetzt Erfahrungen über Eliminationsverfahren, deren Leistungen, Kosten und Praxistauglichkeit zu sammeln. Diese könnten dann eine solide Entscheidungsgrundlage für die künftige Abwasserreinigung nicht nur in Langen, sondern auch für andere Kläranlagenbetreiber sein.
In der europäischen Union sind rund 3000 verschiedene Arzneiwirkstoffe im Umlauf. Hinzu kommen hunderttausende Tonnen von Haushalts- und Pflegemitteln. Mit ihnen gelangen chemische Stoffe ins Abwasser, die wegen der geringen Konzentrationen in den heutigen Kläranlagen nicht ausreichend gefiltert und gereinigt werden können. „Wir bewegen uns hier im Bereich des Nanogramms, das ist ein billionstel Teil eines Kilogramms“, sagt Cornel. Moderne Messverfahren würden es heute ermöglichen, Rückstände selbst in diesen minimalen Dimensionen nachzuweisen.
Auch wenn es sich um verschwindet geringe Einträge handelt, darf nach Aussage des Wissenschaftlers das Vorkommen von Spurenstoffen im Wasserkreislauf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Auch kleinste Mengen könnten große Auswirkungen auf das Öko-System haben.
Ein Hauptaugenmerk liegt auf den Hormonen, die beispielsweise durch die Einnahme der Antibabypille in die Gewässer gelangen. Sie stehen im Verdacht, bei männlichen Fischen oder Fröschen Veränderungen hervorzurufen, die zur Bildung weiblicher Geschlechtsorgane führen. Für die Zukunft sehen Wissenschaftler deshalb die Gefahr, dass sich ganze Tierarten nicht mehr vermehren können und vom Aussterben bedroht werden. Zudem schließen sie nicht aus, dass die Spurenstoffe im gereinigten Abwasser ein Risiko für den Menschen darstellen.  
Nach positiven Beschlüssen der Verbandsversammlung und des Verbandsvorstandes befindet sich die Forschungsanlage in der Langener Kläranlage derzeit im Aufbau. Sie wird voraussichtlich noch vor Ostern in Betrieb gehen. Standort ist der Rohrkeller. Ein Teilstrom des Kläranlagenablaufs wird hier über die Membran- und Aktivkohlefiltration geführt. Wirkungsgrad und Kosten werden detailliert erfasst. Spätestens nach zwei Jahren sollen verwertbare Ergebnisse auf dem Tisch liegen.

Wie trübes Wasser wieder klar wird

Bei einem Besuch der Kläranlage des Abwasserverbandes Langen/Egelsbach/Erzhausen staunte die Hortgruppe aus der städtischen Kita Nordlicht nicht schlecht. - Foto: Sorger/AbwasserverbandBei einem Besuch der Kläranlage des Abwasserverbandes Langen/Egelsbach/Erzhausen staunte die Hortgruppe aus der städtischen Kita Nordlicht nicht schlecht. Verbandsmitarbeiter Andreas Haufschild demonstrierte den Kindern, wie sich das Wasser beim Klärprozess verändert. Bei der biologischen Reinigung mit Belebtschlamm und Bakterien wird es fast schwarz, um später sauber und klar die Anlage zu verlassen. Die Besichtigung war für die Erst- bis Viertklässler ein richtiges Erlebnis und eine gelungene Aktion innerhalb der Herbstferienbetreuung.

Foto: Sorger/Abwasserverband

Hygienisch rein und ohne Feststoffe

Abwasserverband testet Filteranlage für einwandfreie Wasserqualität

Werner Hötzel, Geschäftsführer des Abwasserverbandes Langen/Egelsbach/Erzhausen, testet mit einer Versuchsanlage die Membranfiltration. Durch spezielle Hohlfasermodule wird das Wasser aus dem Kläranlagenablauf hygienisch rein. -  Foto: Sorger/AbwasserverbandMit einer speziellen Filteranlage will der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen aus dem Kläranlagenablauf hygienisch einwandfreies Brauchwasser gewinnen. Zur Zeit ermittelt Geschäftsführer Werner Hötzel in einem Testlauf, ob die von der Firma Pall GmbH aus Dreieich angebotene Technik für die örtlichen Gegebenheiten geeignet ist.

Hötzel sagte, dass sich die so genannte Membranfiltration anderswo bereits bewähre und auch in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt werde. Der Verbandsgeschäftsführer sprach von einer Technik der Zukunft. Herzstück des Verfahrens ist ein Kunststofffilter mit sehr kleinen Durchgangsöffnungen, durch die das geklärte Abwasser gepresst wird. Dadurch werden sämtliche Bakterien und Viren zurückgehalten. Sie gelangen anschließend wieder in die Abwasserreinigung und letztlich in den Klärschlamm. Nach Angaben des Herstellers entsteht durch das Filterverfahren eine konstant gute Reinwasserqualität, wie sie beispielsweise für Schwimmbäder gefordert werde. Die in den Badewasserrichtlinien aufgeführten bakteriologischen Inhaltsstoffe seien nicht mehr nachweisbar.

Hötzel will das aufbereitete Wasser für die Reinigung und Spülung der Becken und technischen Einrichtungen in der Kläranlage nutzen, außerdem für die Bewässerung der Grünflächen. Der jährliche Bedarf von 60 000 Kubikmetern wird derzeit zum einen aus Grundwasser gedeckt. Zum anderen stammt das verwendete Wasser ebenfalls aus dem Anlagenablauf und wird über Kiesfilter gereinigt. „Die dabei erzielte Qualität ist aber längst nicht so gut wie bei der Membranfiltration, auch wenn wir durch den Klärprozess jetzt schon die vom Gesetzgeber geforderten Grenzwerte unterschreiten und dies zum Teil sehr deutlich“, erklärte der Verbandsgeschäftsführer. Ein weiterer Nachteil sei, dass sich im Grundwasser unter anderem feiner Sand befinde, der bei der Bewässerung Schläuche und Düsen verstopfe. Das über die Hohlfasermembranmodule gewonnene Wasser sei hingegen vollkommen feststofffrei. Denkbar wäre laut Hötzel, damit nicht nur die rund vier Hektar Grünfläche der Kläranlage zu bewässern, sondern bei Trockenheit auch öffentliche Anlagen in den drei Mitgliedskommunen. Auf der Kläranlage selbst wurden bei deren Umbau und Erweiterung zahlreiche Bäume, Büsche und Stauden neu gepflanzt, die regelmäßig Wasser brauchen.

Die Ergebnisse des Testlaufs will Hötzel in den nächsten Wochen auswerten. Danach liege es in Händen der Verbandsgremien, über den Bau der Filteranlage zu entscheiden. Die Investitions- und Folgekosten, die von der Größe der Anlage abhingen, müssten noch ermittelt werden. Ihnen seien die derzeitigen Kosten für den Betriebswasserbedarf gegenüberzustellen.

Erschließung Molkeswiese

Im Egelsbacher Neubaugebiet an der Molkeswiese haben jetzt die Erschließungsarbeiten begonnen. Der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen will bis Frühjahr 2005 zwischen Schillerstraße, Bahnlin ie und K 168 die Kanalleitungen verlegen. Zunächst wird dafür das Baufeld freigeräumt. Das bedeutet, dass im Bereich der künftigen Kanäle Bäume und Büsche gerodet und Baustraßen angelegt werden.

Weniger Umlagen für die Abwasserreinigung

Verband erzielt Einsparungen bei den Betriebskosten und beim Kapitaldienst

Es wird nicht alles teurer: Dem Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen ist es gelungen, die Umlage für die drei Mitgliedskommunen zu senken. Im kommenden Jahr müssen sie 200 000 Euro weniger für die Reinigung des Abwassers bezahlen. Die Verbandsumlage sinkt demnach von 6,136 Millionen Euro auf 5,936 Millionen. Grund für diese erfreuliche Nachricht sind nach den Worten von Verbandsgeschäftsführer Werner Hötzel Einsparungen bei den Betriebs- und Unterhaltungskosten sowie vor allem beim Kapitaldienst. Der Verband habe im Herbst größere Beträge zu sehr günstigen Konditionen umschulden können und müsse nun weniger Zinsen zahlen, sagte Hötzel. Es handele sich dabei um Kredite, die in den neunziger Jahren für den Neubau der Verbandskläranlage im Langener Wald südlich der B 486 aufgenommen wurden.

Mehreinnahmen verbucht der Verband durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das auch die Nutzung von Klärgas zur Stromerzeugung fördert. Für jede dadurch erzeugte Kilowattstunde erhält der Verband eine Vergütung. Immerhin ein Drittel seines Strombedarfs deckt er durch den Einsatz von Klärgas.

Mit einem Anteil von 67 Prozent an den 200 000 Euro spart die Stadt Langen als größte Mitgliedskommune bei der Umlagenreduzierung am meisten. Auf die Gemeinde Egelsbach entfallen 20 Prozent, auf Erzhausen 13 Prozent. Für Egelsbach und Erzhausen reinigt der Verband nicht nur das Abwasser. Er hat dort auch das jeweilige Kanalnetz in sein Eigentum übernommen und betreibt es.

Die Reduzierung der Verbandsumlage ist ein wesentlicher Punkt im Wirtschaftsplan 2005, den die Verbandsversammlung jetzt beschlossen hat. Bei den Investitionen ist vorgesehen, rund 300 000 Euro für den Bau einer Filteranlage auszugeben, mit der aus dem Kläranlagenablauf hygienisch einwandfreies Brauchwasser gewonnen wird. Vorversuche mit einer Testanlage hätten sich als erfolgreich erwiesen, sagte Hötzel.

Das durch die zukunftsweisende Technik der so genannten Membranfiltration aufbereitete Wasser soll für die Reinigung und Spülung der Becken und technischen Einrichtungen in der Kläranlage genutzt werden, außerdem für die Bewässerung der Grünflächen. Die Filteranlage werde sich auf Dauer rechnen, weil dadurch die derzeitigen Kosten für den Betriebswasserbedarf gesenkt werden könnten, erklärte Hötzel.

Für ein weiteres Projekt von herausragender Bedeutung will der Verband im ersten Quartal des kommenden Jahres die Aufträge vergeben. Vorgesehen ist, dass künftig das gesamte Rohabwasser direkt in die Zentralkläranlage eingeleitet wird. Gegenwärtig wird etwa die Hälfte der anfallenden Mengen in den Vorbehandlungsanlagen Erzhausen und Egelsbach zunächst grob gereinigt. Um die beiden Einrichtungen funktionsfähig zu halten, müssten sie mit hohem Aufwand umgebaut und modernisiert werden. Die Verbandsversammlung hatte sich deshalb schon vor drei Jahren für eine Lösung entschieden, die mit deutlich geringeren Kosten verbunden ist und zur Gebührenstabilität beiträgt, wie die Bürgermeister der drei Verbandskommunen – Dieter Pitthan (Langen), Rudi Moritz (Egelsbach) und Hans-Dieter Karl (Erzhausen) betonten.

Investitionen fallen allerdings auch bei dieser Lösung an. Um in den beiden Vorbehandlungsanlagen die Voraussetzungen für den Transport des Rohabwassers zu schaffen, müssen sie grundlegend umgebaut und mit neuen Pumpen ausgestattet werden. Die Kläranlage selbst benötigt einen neuen Sandfang. Die Erweiterung der Rechenanlage ist nicht erforderlich, da die Einrichtungen zur Feststoffentnahme bereits in der Vergangenheit mit ausreichenden Reserven ausgebaut wurden.

Die Gesamtkosten für das Vorhaben, das bis Ende 2006 abgeschlossen sein soll, belaufen sich auf etwa 9,5 Millionen Euro. Das Land Hessen gewährt einen Zuschuss von 200 000 Euro.

 

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