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Pilotprojekt zum Schutz des Trinkwassers

2017 01 02 pilotprojekt zum schutz des trinkwassers

- Abwasserverband ist Mikroschadstoffen auf der Spur -

 

Rückstände aus Arzneien, Haushalts-Chemikalien oder Kosmetika haben im gereinigten Abwasser eigentlich nichts zu suchen. Doch die deutschen Kläranlagen sind noch nicht fit genug, diese für das Auge unsichtbaren Schadstoffe zu entfernen. Der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen testet jetzt in der Praxis, wie dies am sinnvollsten gelingen kann. Seit Kurzem ist eine Versuchsanlage in Betrieb, die unter wissenschaftlicher Begleitung durch die Technische Universität Darmstadt die Vor- und Nachteile von zwei Verfahren ermittelt. „Das Projekt ist deutschlandweit einmalig und ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Trinkwasserqualität“, betont der Langener Bürgermeister und Verbandsvorsteher Frieder Gebhardt.


Mehr als 8.000 Tonnen für die Umwelt problematischer Arzneimittel werden jedes Jahr in Deutschland in der Humanmedizin verschrieben. Eine beträchtliche Menge gelangt als Beifracht über die Abwässer der privaten Haushalte und der Krankenhäuser in die Umwelt, ohne dabei von Kläranlagen aufgehalten zu werden. Entweder werden die Medikamente über die Toiletten entsorgt oder sie verlassen den menschlichen Körper wieder über Ausscheidungen. Aber auch gegen Mikroschadstoffe aus Wasch-, Reinigungs- und Pflanzenschutzmitteln und gegen antibiotikaresistente Keime und Vieren sind konventionelle Kläranalgen machtlos. Dadurch gelangt ein Cocktail aus winzig kleinen Rückständen in die Gewässer und irgendwann auch ins Grundwasser, den niemand dort haben will.


Selbst wenn vieles noch nicht erforscht ist, gilt als nachgewiesen, dass zum Beispiel Abbauprodukte von Betablockern, Antiepileptika oder Empfängnisverhütungsmitteln zu Schädigungen und Veränderungen von Organen und Geschlechtsmerkmalen bei Fischen führen. Wissenschaftler schließen auch Risiken für den Menschen nicht aus.


Die Politik einschließlich der Europäischen Union sucht deswegen nach Verfahren, die in der Lage sind, die sogenannten Spurenstoffe genauso wie Mikroplastik, also winzig kleine Kunststoffteile zum Beispiel aus Kosmetika oder dem Duschgel, aus den Abwässern zu entfernen – und das unter wirtschaftlich tragbaren Bedingungen. Die Versuchsanlage in Langen dürfte dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Mit dem nötigen Know-how ist der Abwasserverband zweifellos ausgestattet. Denn unter Laborbedingungen hat er nach den Worten seiner Geschäftsführerin Eva-Maria Frei schon in der Vergangenheit mit Unterstützung der TU Darmstadt und dem Land Hessen entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Doch jetzt wird in größerem Maßstab und unter realistischen Bedingungen geforscht. Das Pilotprojekt hat das Kellerlabor verlassen, um für anderthalb Jahre in den Reinigungsprozess der Anlage integriert zu werden.


Die notwendige Maschinen- und Steuerungstechnik hat das Darmstädter Ingenieurbüro Unger im Auftrag des Verbandes konzipiert. Um sie unterzubringen, wurde am Kläranlagenablauf eine fünfeinhalb Meter hohe Leichtbauhalle auf eine zwölf mal 15 Meter messende Betonplatte gestellt und noch um einen Container ergänzt. In einem großen Behälter werden fünf Prozent des Abwassers (rund 20 Kubikmeter pro Stunde), das die übrigen drei Reinigungsstufen bereits hinter sich hat, aufgefangen und anschließend durch spezielle Filter geleitet: der eine Teil durch Tuch-, der andere durch Membranfilter. In beiden Fällen sitzt dahinter Aktivkohle, die die herausgefilterten Stoffe aufnimmt. In der Versuchshalle können die Wissenschaftler nun beide Verfahren unter die Lupe nehmen und Erkenntnisse im Hinblick auf die Kosten und die Praxistauglichkeit gewinnen.


Fest steht allerdings jetzt schon, dass die feinere Membranfiltration mehr kann, aber bei der Anschaffung und beim Betrieb deutlich höhere Ausgaben anfallen. Sie ist in der Lage, auch Mikroplastik und antibiotikaresistente Keime und Viren zu entfernen. „Was dann über den Hundsgraben ins hessische Ried fließt, dem wichtigsten Trinkwasserreservoir im Rhein-Main-Gebiet, hat Badewasserqualität“, sagt Eva-Maria Frei.


Ein Thema ist auch die verwendete Kohle. Der Abwasserverband setzt granulierte Kohle ein und vergleicht dabei zwei Arten auf ihr Abscheideverhalten; eine davon wird auf der Basis von Kokosnussschalen gewonnen. Granulierte Kohle hat den Vorteil, dass sie wiederverwertbar ist. Das spart Geld und schont Ressourcen. Im Gegensatz dazu laufen anderswo Verfahren mit Pulveraktivkohle, die dann teuer entsorgt werden muss. Für den Laien kaum vorstellbar: Vier Gramm Aktivkohle haben durch ihre Porenstruktur eine Oberfläche von der Größe eines Fußballfeldes.


Das Pilotprojekt auf der Kläranlage im Langener Wald an der Prinzessin-Margaret-Allee hat beim Land Hessen einen hohen Stellenwert und wird über das Regierungspräsidium Darmstadt mit 877.500 Euro gefördert. Der Verband selbst steuert 250.000 Euro bei – eine Investition in die Zukunft, wie es Eva-Maria Frei formuliert. Und Verbandsvorsteher Gebhardt fügt hinzu: „Es muss in unserem ureigenen Interesse sein, das Abwasser so sauber wie möglich zu reinigen und schadstofffrei der Natur zurückzugeben.“


Überdies ist damit zu rechnen, dass der Gesetzgeber künftig höhere Anforderungen an die Abwasserreinigung stellt und die Kläranlagenbetreiber deshalb nachrüsten müssen. Darauf zielt auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie ab, die bis 2021 umgesetzt werden muss und unter anderem niedrigere Grenzwerte für Phosphor verlangt, der in der Langener Versuchsanlage ebenfalls über das bisher mögliche Maß hinaus aus dem Wasser gefiltert wird. Der Nährstoff, der in vielen Lebensmitteln enthalten ist, führt zur Überdüngung der Gewässer und damit zu Algenwachstum und Sauerstoffmangel.


18 Monate lang wird jetzt auf der Kläranlage geforscht und getestet. Die Ergebnisse sind wertvoll für die Abwasserreinigung im ganzen Land. Eva-Maria Frei rechnet damit, dass das Engagement ihres Verbandes anschließend mit Fördergeldern zum Bau einer vierten Reinigungsstufe belohnt wird. Signale aus Wiesbaden und vom RP in Darmstadt lägen vor.


Zur Information der Öffentlichkeit über das Forschungsprojekt lädt der Abwasserverband zu Führungen ein. Sie sind geplant für Freitag, 21. April, in der Zeit von 14 bis 18 Uhr nach telefonischer Anmeldung unter der Rufnummer 06103 9083.

Wegweisende Forschung zum Trinkwasserschutz

2016 08 05 wegweisende forschung zum trinkwasserschutz

- Pilotprojekt auf Kläranlage zur Entfernung von Mikroschadstoffen -

 

Auf einer etwa 16 mal 14 Meter umfassenden Betonbodenplatte passiert beim Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen in wenigen Wochen Großes. Dann geht auf der Kläranlage in Langen ein Forschungsprojekt an den Start, das in dieser Form deutschlandweit einmalig ist und einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Trinkwasserqualität leisten soll. Ziel ist es, für das menschliche Auge nicht sichtbare Spurenstoffe, die sich negativ auf die Umwelt auswirken, aus dem Abwasser zu entfernen. Die gelangen dorthin über die Toilette. Es sind Medikamentenrückstände, antibiotikaresistente Keime, Desinfektionsmittel und zunehmend winzige Kunststoffteile, sogenanntes Mikroplastik aus Kosmetika und Zahnpasta.

 

Dieser Cocktail aus winzig kleinen Rückständen von Körperpflege-, Reinigungs- und Arzneimitteln steht im Verdacht, bei Fischen und Fröschen biologische Veränderungen hervorzurufen. Wissenschaftler schließen deshalb auch Risiken für den Menschen nicht aus. Doch bisher fehlt es in den Kläranlagen an geeigneten Reinigungsstufen, um die Mikroschadstoffe zu eliminieren und dadurch zu verhindern, dass sie in Gewässer gelangen oder ins Grundwasser sickern, aus dem dann Trinkwasser gewonnen wird. Das Forschungsvorhaben in Langen soll den Weg dazu ebnen, diesen Mangel zu beseitigen. Dabei geht es auch darum, ein wirtschaftlich tragbares Verfahren in die Praxis umzusetzen und absehbare Auflagen innerhalb der Europäischen Union erfüllen zu können.

 

Das Pilotprojekt wird vom Land Hessen über das Regierungspräsidium Darmstadt gefördert. Bereits im vergangenen Jahr stellte das RP 877.500 Euro dafür zur Verfügung. Weitere 250.000 Euro steuerte der Verband selber bei. „Dieses Geld hätten wir sowieso investieren müssen, um uns für die künftigen Anforderungen der Abwasserreinigung zu rüsten“, erklärt Geschäftsführerin Eva-Maria Frei. Schon seit fünf Jahren untersucht der Verband in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt und mit finanzieller Hilfe durch das Land, wie das Abwasser von Spurenstoffen gereinigt werden kann – bisher allerdings lediglich unter Laborbedingungen. Darauf aufbauend soll nun im größeren Maßstab die Praxis erforscht werden.

 

Hierzu errichtet das Darmstädter Ingenieurbüro Unger im Auftrag des Verbandes am Kläranlagenablauf eine Versuchshalle mit der notwendigen Maschinen- und Steuerungstechnik. Beim symbolischen ersten Spatenstich unterstrichen Eva-Maria Frei und der Langener Bürgermeister und Verbandsvorsteher Frieder Gebhardt die Sinnhaftigkeit und Bedeutung des Vorhabens, das in Fachkreisen weithin Beachtung findet.

 

Von Ende September an sollen etwa fünf Prozent des Abwassers durch die Versuchsanlage laufen. Wiederum mit Beteiligung der TU Darmstadt werden dabei die Vor- und Nachteile von zwei Verfahren erforscht: der Tuch- und der Membranfiltration. Beide ermöglichen, dass sich die Spurenstoffe an Aktivkohle anlagern und nicht mehr im Abwasser verbleiben. Doch Kohle ist nicht gleich Kohle. Die sogenannte Kornkohle, die beim Abwasserverband zum Einsatz kommt, ist wiederverwertbar und spart somit Kosten. Im Gegensatz dazu laufen anderswo Verfahren mit Pulveraktivkohle, die anschließend für teures Geld entsorgt werden muss.

 

Für Edeltraud Lemke vom Regierungspräsidium Darmstadt ist das Langener Projekt richtungsweisend für die Zukunft der Abwasserreinigung und von besonderem Belang für das hessische Ried als Trinkwasserreservoir für das Rhein-Main-Gebiet. Sie geht davon aus, dass der Verband nach Abschluss des etwa 18-monatigen Testlaufs mit Fördergeldern zum Bau einer dann vierten Reinigungsstufe zur Entfernung der Mikroverunreinigungen rechnen kann.

Kanalsanierung wie beim Zahnarzt

2016 06 30 kanalsanierung wie beim zahnarzt

- Abwasserverband spart mit Inliner-Verfahren Zeit und Kosten -

Mit dem sogenannten Inliner-Verfahren können schadhafte Kanäle für deutlich weniger Geld und wesentlich schneller saniert werden als in offener Bauweise, wenn Straßen gesperrt und aufgegraben werden müssen. Der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen hat mit der wirtschaftlich günstigeren Alternative jetzt einen Kanal auf Vordermann gebracht, der parallel an der Zufahrt zur Verbandskläranlage verläuft und durch Betonkorrosion und Wurzeleinwuchs aus dem angrenzenden Wald nicht mehr dicht war.

 

In die Rohre mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern und einer Länge von 350 Metern wurden von einer auf das Verfahren spezialisierten Firma weiche, glasfaserverstärkte und mit Klebstoff getränkte Schläuche eingezogen, aufgepumpt und mit UV-Licht ausgehärtet. Nach dem gleichen Prinzip verwendet der Zahnarzt Kunststofffüllungen. Wenn der Schlauch fest an den Kanalinnenwänden anliegt, werden die Enden geöffnet und eventuelle Zuläufe und Hausanschlüsse per Robotertechnik mit einer Fräse geöffnet.

 

In diesem Verfahren saniert der Abwasserverband derzeit auch rund 600 Meter Kanal in Egelsbach (Goethestraße, Geschwindstraße und Brandenburger Straße) und eine knapp doppelt so lange Strecke in Erzhausen (Arheilger Straße, Bahnstraße, Elbestraße, Friedrich-Ebert-Straße und Rheinstraße).

Beim Girls‘ Day die Kläranlage erkundet

2016 04 28 beim girls day die klaeranlage erkundet

Die Abwasserreinigung ist ein spannendes Thema, aber auf einer Kläranlage arbeiten? Das konnten sich die fünf Mädels, die beim Girls‘ Day einen Vormittag beim Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen verbrachten, zunächst nicht vorstellen. Doch während der Führung mit Abwassermeister Andreas Haufschild sprang der Funke bei der ein oder anderen über. Und hinterher war der Gedanke gar nicht mehr so abwegig, später einmal eine Laufbahn als Fachkraft für Abwassertechnik einzuschlagen. Bisher ist das eine Männerdomäne. Der Abwasserverband nutzt den Girls‘ Day deshalb seit Jahren, um auch junge Frauen auf die Berufsmöglichkeiten in einer Kläranlage aufmerksam zu machen. Und die sind vor allem auch sehr abwechslungsreich und kommen besonders für jene infrage, die gute Noten in Mathematik, Chemie
und Biologie schreiben. Freude an Technik und handwerkliches Geschick sollten ebenfalls vorhanden sein. Die elf- bis 13-Jährigen staunen darüber, wie modern und weitläufig die Anlage des Abwasserverbandes ist und wie viele Stationen das Wasser aus dem Kanal durchläuft, bis es blitzsauber seinen weiteren Weg in Richtung Rhein nimmt. 

 

Facettenreicher Beruf mit Perspektiven

2016 03 15 facettenreicher beruf mit perspektiven

- Ausbildung beim Abwasserverband/Weltwassertag -

Auch dieses Jahr ist der 22. März wieder der Internationale Weltwassertag. Er steht immer unter einem anderen Motto, 2016 lautet es „Wasser und Arbeitsplätze“. Damit soll die Bedeutung der Wasserwirtschaft für die Arbeitsmärkte hervorgehoben werden. Der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen nimmt das Motto zum Anlass, um auf eine freie Ausbildungsstelle hinzuweisen. Der Verband sucht zum 1. August oder 1. September eine junge Frau oder einen jungen Mann zur Ausbildung als Fachkraft für Abwassertechnik.
„Diese Facharbeiterausbildung im technischen Umweltschutz gewährleistet den Einstieg in einen Beruf mit vielen Perspektiven“, sagt Geschäftsführerin Eva-Maria Frei. „Wir bieten die dreijährige Ausbildung erstmals an, und zwar mit der Perspektive der anschließenden Übernahme und einem sicheren Arbeitsplatz innerhalb des öffentlichen Dienstes.“ Mit 850 Euro im ersten Ausbildungsjahr gebe es zudem ordentliche Verdienstmöglichkeiten.
Bewerben können sich junge Leute, die mindestens einen Hauptschulabschluss in der Tasche haben: schriftlich mit Bewerbungsschreiben, tabellarischem Lebenslauf und Kopien der letzten beiden Schulzeugnisse bis zum 1. April an Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen, Kennwort: Bewerbung, Prinzessin-Margaret-Allee 1, 63225 Langen oder per E-Mail als PDF-Anhang an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Erwartet werden gute Noten in Mathematik, Chemie und Biologie sowie Freude an Technik, handwerkliches Geschick und Leistungsbereitschaft. Fachkräfte für Abwassertechnik reinigen Abwässer und warten Abwasserrohrsysteme. Sie planen, überwachen, steuern und dokumentieren die Betriebsabläufe einer Kläranlage.
Langweilig wird es in dem facettenreichen Beruf nicht. Elektrotechnische, mechanische und Arbeiten im Labor wechseln sich ab. Dort folgen auf Tätigkeiten unter freiem Himmel Analysen und Tests. Am Mikroskop wird zum Beispiel die Beschaffenheit des Belebtschlamms ermittelt. Hier leben die Mikroorganismen, die für die Abwasserreinigung sorgen. Ein anderes Feld sind die Inspektion und Wartung von Maschinen, Geräten, Rohrleitungssystemen und baulichen Anlagen. Darüber hinaus sind Fachkräfte für Abwassertechnik für die Instandhaltung der Kanalsysteme zuständig. Beim Abwasserverband sind das die Kanäle in Egelsbach und Erzhausen. Mit Kameras werden Schäden geortet oder mit speziellen Spülgeräten Rohre gereinigt.  
Wie die Wasserversorgung bietet auch die Wasserentsorgung vielseitige und krisenfeste Beschäftigung mit Zukunft – denn Wasser brauchen alle. Der vor 52 Jahren gegründete Abwasserverband trägt dazu bei, die Wasserqualität in Flüssen und anderen Gewässern zu erhalten oder zu verbessern und damit die Trinkwasserreserven zu schützen. Rund zwanzig Beschäftigte zählt der Verband gegenwärtig, die sich um die mechanische und biologische Reinigung in der Zentralkläranlage westlich des Langener Stadtteils Oberlinden und um die weiteren Einrichtungen kümmern.
In Langen, Egelsbach und Erzhausen leben rund 55.000 Menschen, Tendenz steigend. Der Verband ist Garant dafür, dass ihre Abwässer bestens gereinigt wieder in den Naturkreislauf gelangen. Statistisch gesehen wird ein Wassertropfen bei trockenem Wetter drei Tage in der Kläranlage „behandelt“, um ihn anschließend putzsauber in der Natur zu verabschieden. Auf die mechanische Reinigung mit Rechenanlage, Sand- und Fettfang sowie die Vorklärung folgt die „Biologie“ mit Belebungsbecken und Nachklärung. Anschließend führt der Hundsgraben das saubere Wasser zum hessischen Ried in Richtung Rhein. Aktuell betreibt der Verband in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt und mit finanzieller Unterstützung durch das Land ein Forschungsprojekt, bei dem es darum geht, winzig kleine Mengen von Rückständen aus Arznei-, Haushalts- und Pflegemitteln aus dem Abwasser zu entfernen.
Der Schutz oberirdischer Gewässer und des Grundwassers zählt zu den bedeutendsten Aufgaben der Umweltpolitik. Wasser ist die wichtigste Ressource und Lebensgrundlage für alle Lebewesen auf der Erde. Auf diese Bedeutung weist der Weltwassertag hin. Große Unterschiede bei den Regenmengen führen dazu, dass weltweit viele Regionen regelmäßig unter Wasserknappheit leiden, während andere Gebiete Wasser im Überfluss haben. Knapp eine Milliarde Menschen, das entspricht einem Siebtel der Weltbevölkerung, haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Infolge des Klimawandels und des Bevölkerungswachstums verändert sich die Situation immer weiter zum Negativen. Neue Rezepte für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasservorkommen sind daher dringend nötig.
Hauptziel des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltwassertages ist es, auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage für die Menschheit, den Schutz der Wasservorkommen und deren nachhaltige Nutzung aufmerksam zu machen. Darum geht es auch bei einer Führung, zu der der Abwasserverband im Zusammenhang mit dem Weltwassertag für Samstag, 16. April, von 11 bis 14 Uhr zur Zentralkläranlage an der Prinzessin-Margaret-Allee 1 in Langen einlädt. Beschäftigte des Verbandes werden dabei mit den spannenden Abläufen der Abwasserreinigung vertraut machen und auch über den Beruf „Fachkraft für Abwassertechnik“ informieren. Anmeldungen unter der Rufnummer 06103 9083 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Am 28. April beteiligt sich der Abwasserverband wieder am Girls‘ Day. Mädchen aus den Klassen vier bis sieben können dann bei einer Techniktour die Aufgaben des Verbandes und die Berufsmöglichkeiten kennenlernen und auch ins Labor reinschnuppern. Anmeldungen und nähere Informationen ebenfalls unter den obigen Kontaktdaten.

Regierungspräsidentin Lindscheid übergibt Förderbescheid für Forschungsvorhaben auf der Kläranlage Langen

2015 09 02 foerderbescheid forschungsvorhaben

Darmstadt (rp) – Einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 877.500 Euro überreichte heute Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid dem Bürgermeister der Stadt Langen und Verbandsvorsteher des Abwasserverbandes Langen-Egelsbach-Erzhausen, Herrn Gebhardt.


Die Zuwendung wird dem Verband für die Fortführung eines Forschungsvorhabens bewilligt. In einem  1. Projekt wurde zusammen mit der TU Darmstadt und einem Darmstädter Ingenieurbüro im Labormaßstab erfolgreich erforscht, wie Spurenstoffe wirksam an Aktivkohle adsorbiert  werden können.


Der Eintrag von Arzneimittelrückständen, Pestiziden und anderen organischen Mikroverunreinigungen über kommunale Abwasseranlagen in Gewässer wird bereits seit geraumer Zeit in Fachkreisen intensiv diskutiert. Im Hessischen Ried ist aufgrund der nachgewiesenen Interaktion zwischen Oberflächengewässer und Grundwasser der Eintrag von Spurenstoffen besonders schwerwiegend, da das Hessische Ried auch als Trinkwasserreservoir für die Region genutzt wird.

 

Umso mehr ist Frau Lindscheid davon überzeugt, dass mit der Finanzierung der weiteren Forschung im großtechnischen Maßstab ein wichtiger Einstieg in die Diskussion weitergehender Reinigungsanforderungen für kommunale Kläranlagen erfolgt. Hessenweit soll in den nächsten eineinhalb Jahren in Langen erstmalig untersucht werden, inwiefern die Ergebnisse der Laboranlage auf reale Betriebsbedingungen übertragbar sind. Als Erforschung innovativer Reinigungsverfahren zur Elimination von Mikroschadstoffen wird die Maßnahme vom Land zu 78 % bezuschusst.

 

Frau Lindscheid gratulierte dem Verband zu seiner Weitsicht und seinem Engagement und hofft, dass die im Sinne eines Pilotprojekts gewonnenen Erkenntnisse aus Langen in Kürze auch auf andere Anlagen in der Region übertragbar sind.

 

Stadt LangenGemeinde EgelsbachGemeinde Erzhausen

© 2017 Abwasserverband - Langen Egelsbach Erzhausen
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